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Gustav-Adolf-Werk e.V.
"Projekt des Monats April 2018"
(Maaja Pauska)

Fünf Jungen betrachten neugierig einen Tablet
Wir sind mehr als ein Kinderheim - wir sind eine Familie

Das Kinderheim "Casa Hogar" benötigt inmitten der Wirtschaftskrise in Venezuela dringend Unterstützung

„Nie hätte ich mir vorstellen können, einmal eigene Dinge zu haben. Dinge, die nur mir gehören. Ein eigenes Zimmer, einen Fußball!“ Jonathan lächelt. Der 15-jährige lebt im Kinderheim „Casa Hogar“ in Valencia in Venezuela. Vor vier Jahren kam er hierher. Zuvor hat er viel Zeit auf der Straße verbracht. „Er konnte nicht lesen und nicht schreiben, als er zu uns kam“, erinnert sich Janneth, Jonathans Pflegemutter.

Das Kinderheim „Casa Hogar“ wurde vor 25 Jahren von der evangelischen Gemeinde in Valencia gegründet. Zwölf Jungen sind zurzeit hier Zuhause. Betreut werden sie von den Pflegeeltern Janneth und Orlando. „Wir sind mehr als ein Kinderheim, wir sind eine große Familie“, sagt Janneth.

Ärzte, Psychologen, Lehrer, der Pfarrer und andere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus der Gemeinde unterstützen Janneth und Orlando. „Die Jungen, die zu uns kommen, stammen aus extrem schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen“, erzählt Orlando, „Wir helfen ihnen, das Erlebte zu verarbeiten und versuchen ihnen Sicherheit und Stabilität zu geben. Ein Fundament, von dem aus sie ins Leben gehen können.“ Das Team um Janneth und Orlando unterstützt die Jungen beim Lernen. Im Garten des Kinderheims bauen sie mit ihnen Obst und Gemüse an. In der Küche wird gemeinsam gekocht und gebacken. Und in der Schreinerei zeigt Orlando ihnen, wie man einfache Dinge aus Holz selbst bauen kann.

In den letzten Jahren ist es für die evangelische Gemeinde in Valencia jedoch immer schwieriger geworden, das Kinderheim aufrecht zu erhalten. Venezuela ist eines der erdölreichsten Länder der Erde. Doch es steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Folgen dieser Krise treffen die Menschen hart. Pfarrer Gerardo Hands von der evangelischen Gemeinde: „Die Inflation ist extrem hoch. Ein normaler Arbeiter oder Angestellter verdient umgerechnet  nur noch fünf bis sieben US-Dollar pro Monat. Das reicht, um eine Familie für drei oder vier Tage über die Runden zu bringen.“  Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren nicht nur kontinuierlich gestiegen - inzwischen sind Lebensmittel auch kaum noch zu bekommen. Die Supermärkte sind nahezu leer und werden vom Militär bewacht. Es gibt Plünderungen und Kämpfe um das Wenige, das es noch zu kaufen gibt.

„Für uns ist es im Moment eine unglaubliche Herausforderung, genug Lebensmittel für die Jungs in umserem Kinderheim zu beschaffen“, erzählt Pfarrer Gerardo Hands, „Es gelingt uns nur mit Hilfe aus dem Ausland. Staatliche Unterstützung erhalten wir nicht.“ Und er fügt hinzu: „Aber wir kämpfen um unser Kinderheim und darum, die uns anvertrauten Jungen ins Leben begleiten zu können. Dank an alle Spenderinnen und Spender, die uns dabei unterstützen!“

Jonathan hat in seinen vier Jahren im Kinderheim lesen und schreiben gelernt. Er geht gerne zur Schule. Das Lernen fällt ihm leicht und er hat seine Liebe zum Zeichnen und Malen entdeckt. Für ihn steht fest: „Ich möchte einmal Grafikdesigner werden!“

 

Gustav-Adolf-Werk e.V.
Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland
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